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Gemma und Kartik Text: Libba Bray, 2007 |
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Nachdem ›Kartiks Schicksal‹ so gut wie fertig ist (ich warte nur noch darauf, dass der Text vom Satz zurückkommt), dachte ich, dass ich mein Versprechen, einige Streichungen zu veröffentlichen, einhalten sollte. Es sind Ab- und Umwege, die es nicht ins endgültige Buch geschafft haben. Ich kommentiere sie ein bisschen, damit der Zusammenhang klar wird.
Das meiste davon sind unfertige erste Entwürfe. Manchmal entscheidet man sich, sie weiterzuverfolgen, und manchmal entscheidet man sich für einen anderen Aspekt darin. Aber manchmal schmeißt man das Ganze auch mit einem vernehmbaren Stöhnen in den Kamin. Hm, falls man einen Kamin hat. Auf jeden Fall in den metaphorischen Kamin, in meinem Fall die Mikrowelle. Egal, hier sind jetzt – ohne weiteres Trara – einige gestrichene Szenen aus ›Kartiks Schicksal‹, die sich um die Beziehung zwischen Gemma und Kartik drehen. Das Schwert Anfangs hatte ich die Idee, dass Kartik Gemma im Schwertkampf unterrichten sollte. Ich liebe dieses Schwerterklirren und ich wollte wirklich gerne, dass Gemma es einigen Typen so richtig zeigt. Außerdem war die Vorstellung, dass Kartik Gemma beibringt, wie man ein Schwert schwingt, irgendwie ... heiß. Aber dann wurde mir klar, dass Gemmas Macht nichts mit Schwertkampf zu tun hat, und dieser Entwurf landete im Feuer.
Er steht hinter mir, seinen Arm um meinen gelegt, und dirigiert das Schwert. Wenn er es schwingt, zerschneidet er die Luft in eleganten Bögen. In meiner Hand fühlt es sich schwer an. Ich mache einen unrühmlichen Versuch und das Schwert zieht mich nach rechts. Beinahe falle ich hin. Jawohl, dies war der Entwurf für eine Schlüsselszene zwischen Kartik und Gemma, die anderen Schlüsselszenen folgen sollte, die schließlich gestrichen wurden. Wie es aussieht, waren sie also doch nicht so schlüsselmäßig. Ich wollte diesen Kuss sowohl leidenschaftlich als auch tollpatschig gestalten. In späteren Fassungen war die vorausgehende Szene intensiv genug, sodass mir klar wurde, dass es keinen Kuss geben würde ... zumindest nicht an dieser Stelle. (Hihi, lasst mich euch mit Hinweisen foltern. Ich liebe es, gemein zu sein.) Sorry. Das war mein gemeiner Zwilling Skippy. Egal, die Szene war eine Simulation. Die endgültige(n) Kuss-Szene(n) sind weniger ... tollpatschig.
Er zieht mich schnell zu sich. Sein Kuss ist nicht sanft, aber das will ich auch gar nicht. Ich will, dass er mich küsst, bis ich Pippas schreckliches Grinsen, Aschas Körper und die Menge, die nach Blut – meinem Blut – schreit, nicht länger vor mir sehe. Ich will leben und das macht mich mutig. Meine Hand greift nach seinem Nacken. Seine Haut ist warm und weich. Er stöhnt leise und das macht mir gleichzeitig Angst und erregt mich. Wir bewegen uns rückwärts, bis ich gegen die Wand stoße. Ich sollte aufhören. Ich sollte ... Seine Zunge schlüpft schnell in meinen Mund. Es erschreckt mich so, dass ich meinen Kopf zurückreiße und er gegen die Wand knallt. Die Öllampe rutscht von ihrem Haken und zerschellt auf dem Boden des Bootshauses. An einer Stelle habe ich Gemma eine unvernünftige Entscheidung treffen lassen. Und ich wollte, dass Kartik sie ihr ausredet. Das beinhaltete gleichzeitig eine Auseinandersetzung über Simon Middleton. Eigentlich waren es also zwei Szenen in einer. Aber nachdem ich Kartiks Vorgeschichte geändert hatte – und Simons Vorgeschichte und Gemmas Vorgeschichte -, ja nachdem ich den ganzen Roman geändert hatte ... war sie irrelevant. Knurr. Heul. Stöhn. Was soll’s, hier ist sie:
»Gemma«, flüstert er. Es überläuft meinen Rücken wie bei einem Kuss. »Warum tun Sie das? Sie sind für Höheres erwählt.«
»Sehen Sie ihren Gesichtsausdruck? Wie würden Sie den beschreiben?« Okay, so viel aus der Grabkammer für heute. Viel Spaß beim Lesen. |
Übersetzung: Anke Thiemann |
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